Land

Volksrepublik China

3908 Spezies

Die Volksrepublik China, allgemein als China bezeichnet, ist ein Staat in Ostasien.

Geographie

Nach Gesamtfläche (Land und Wasser) ist China mit 9.596.960 km² der viertgrößte und nach Landfläche mit 9.326.410 km² der drittgrößte Staat der Welt. Das Territorium erstreckt sich von der nördlichsten Spitze an der sibirischen Grenze bis zum Südzipfel der Insel Hainan auf rund 5.500 Kilometer und von Ost nach West auf etwa 5.200 Kilometer. Im Osten und Südosten grenzt das Staatsgebiet an das Gelbe Meer sowie das Ostchinesische Meer und das Südchinesische Meer. Im Süden, Südwesten, Westen und Nordwesten trennen hohe Bergmassive, im Norden Steppen und Wüsten, im Nordosten der Amur und der Ussuri das Land von seinen Nachbarn.

China besitzt mit 22.133 Kilometer Gesamtlänge die längste Landgrenze aller Staaten. Die Küstenlänge aller Seegrenzen beläuft sich auf 14.500 Kilometer. Insgesamt hat die Volksrepublik China 14 Nachbarländer. Diese sind gegen den Uhrzeigersinn: Nordkorea im Nordosten, dann Russland und die Mongolei, westwärts folgen Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan, gegen Süden und Südwesten folgen Indien, Nepal und Bhutan, schließlich Myanmar, Laos und Vietnam.

Die physische Oberfläche, die klimatischen Bedingungen und damit die Bewohnbarkeit der einzelnen Regionen unterscheiden sich sehr stark. Das Land fällt vom Westen nach Osten ab. Die topographische Beschaffenheit kann in fünf Formen unterteilt werden, deren jeweilige Anteile an der Gesamtfläche des Festlandes folgende sind: Gebirge (33,3 %), Plateaus (26 %), Becken (18,8 %), Ebenen (12 %) und Hügelland (9,9 %).

Westchina hat einen ausgesprochenen Hochgebirgscharakter mit dazwischen liegenden Hochebenen. Die höchsten Gebirge sind: Himalaya, Tian Shan, Pamir, Altai. In östlicher Richtung befinden sich Hochflächen und Sedimentbecken, wie das Mongolische Plateau, das Tarimbecken, das Sichuan-Becken oder das Yunnan-Guizhou-Plateau. Xinjiang und die Innere Mongolei sind die trockensten Landesteile, für deren ausgeprägtes Wüstenklima die Gobi und die Taklamakan stehen. Der Osten Chinas ist von vier großen Schwemmebenen geprägt. An den Küsten befinden sich riesige Flussdeltas. Der südöstliche Küstenstreifen ist gebirgig, während der Süden eher hügelig ist.

In den Hoheitsgewässern liegen verstreut etwa 5.400 Inseln. Gemäß dem von der UNO zuerkannten Alleinvertretungsanspruch wird von der Volksrepublik China als größte Insel mit einer Fläche von 36.000 Quadratkilometern Taiwan betrachtet, und als zweitgrößte Hainan mit einer Fläche von 34.000 Quadratkilometern. Von den 14 Bergen, die höher als 8.000 Meter sind, befinden sich neun an der chinesischen Grenze oder innerhalb Chinas. Aus den Hochgebirgen südlich des Qinghai-Tibet-Plateaus, dem Dach der Welt, ragen die meisten der hohen Berge Chinas empor. Die Himalaya-Kette liegt im Durchschnitt 6.000 Meter über dem Meeresspiegel. Der höchste Berg Chinas ist der auf der Grenze zu Nepal liegende Qomolangma (Mount Everest), mit einer Höhe von 8.848,86 Metern zugleich der höchste Berg der Welt.

Der Jangtsekiang (kurz Jangtse) ist mit einer Gesamtlänge von 6.300 Kilometer der längste Fluss Chinas und nach dem Nil und Amazonas der drittlängste Fluss der Welt. Der Gelbe Fluss (Huang He) ist der zweitlängste Fluss Chinas; seine Gesamtlänge beträgt 5.464 Kilometer. Weitere große Flüsse sind der Xi Jiang, der Mekong, der Perlfluss und der Heilong Jiang. Die Flüsse fließen den geographischen Gegebenheiten folgend von Westen nach Osten: aus den Hochregionen mit Schnee und Gletschern in die Ebenen zu den Küsten.

Den größten Canyon Chinas bilden die Dihangschluchten des Yarlung Tsangpo im tibetischen Hochland. Mit einer Länge von 504,6 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 6.009 Metern gilt die enge Schlucht als die größte der Welt. Die tiefste Stelle des Landes befindet sich mit −154 Metern im ausgetrockneten Aydingkol-See in der Turpan-Senke im östlichen Xinjiang.

Der Poyang-See, in der Ebene am Mittel- und Unterlauf des Jangtse gelegen, ist der größte Süßwassersee Chinas. Seine Fläche beträgt 3.583 Quadratkilometer. Der größte Salzsee ist der Qinghai-See auf dem Qinghai-Tibet-Plateau mit einer Fläche von 4.583 Quadratkilometern. Der größte Kanal ist der Kaiserkanal. Er beginnt im Norden in Peking und endet im Süden in Hangzhou. Seine Gesamtlänge beträgt 1.801 Kilometer. Der Bau begann im 5. Jahrhundert v. Chr. – er ist der längste und älteste künstlich angelegte Wasserweg der Welt.

Klima

Das Klima in China ist mit 18 verschiedenen Klimaregionen so vielfältig wie die Geographie. Kontinentales Klima findet sich im Nordosten. Der Winter ist lang, sehr kalt und trocken, oft jedoch sonnig. Der Sommer wiederum ist warm und feucht, weil er durch den Sommermonsun beeinflusst wird. Dann kann es mit 30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit schwül-warm werden.

Trockenes Wüstenklima reicht von der Taklamakan im Westen bis nach Peking. Es ist durch frostige und schneearme Winter sowie heiße Sommer gekennzeichnet. Hinzu kommen extreme Trockenheit und große tageszeitliche Temperaturschwankungen. In den hohen Gebirgen im Inneren Chinas herrscht kühles Gebirgsklima mit hohen Temperaturgegensätzen. Die Winter sind extrem kalt, jedoch scheint tagsüber fast ununterbrochen die Sonne. Im Sommer wird es mäßig warm und es gibt gelegentlich Regen.

Im Osten zwischen Peking und dem Jangtse herrscht gemäßigtes Monsunklima. Es gibt durchweg kühle, teils frostige, meist trockene und schneearme Winter. Die Sonne zeigt sich zu dieser Jahreszeit häufig. Im Sommer wird es zunehmend heißer. Der Sommermonsun bringt nicht nur reichlich Regen, sondern oft eine drückende Schwüle. Das Klima im Osten südlich des Jangtse ist subtropisch, im äußersten Süden tropisch. Die Winter sind mild bis warm und eher trocken. Im Sommer wird es tropisch-heiß mit starken Niederschlägen und hohen Temperaturen. Auch nachts wird es kaum kühler.

Die Niederschläge nehmen von Westen nach Osten und von Norden nach Süden stetig zu. In den Wüsten Zentralchinas fallen jährlich kaum 100 Milliliter Regen; am feuchtesten ist es mit bis zu 3000 mm im Südosten Chinas. In allen Regionen fällt fast der gesamte Niederschlag in den Sommermonaten. Auf dieser Basis besteht die Landfläche Chinas aus 36 % fruchtbaren Ackerlandes, 24 % Graslandschaft, 9 % Wald und 2 % Feuchtgebiete sowie 21 % Wüste und 6,5 % Ödland. Die Städte nehmen in China 1,5 % der Gesamtfläche ein.

Flora

Ein Großteil der natürlichen Vegetation Chinas wurde durch jahrtausendelange menschliche Besiedlung ersetzt oder verändert, aber einzelne Gebiete geben Raum für große Artenvielfalt, sodass China eine der reichsten und vielfältigsten Faunen und Floren der Welt hat. In den tropischen und gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre hat China die weitaus meisten autochthonen Pflanzenarten. Insgesamt wurden mehr als 7.000 Arten von Gehölzpflanzen registriert, darunter 2.800 Bäume und über 300 Arten von Nacktsamern. Der seltene Ginkgo-Baum, der Taubenbaum und der Urweltmammutbaum, die anderswo längst ausgestorben sind, wachsen noch in China. Unter den Blütenpflanzen kommen 650 der 800 bekannten Azaleenarten in China vor, 390 der 450 bekannten Primel- und etwa 230 der 400 bekannten Enzianarten. Von der aus der Provinz Shandong stammenden Strauch-Pfingstrose wurden in Gärten über 400 Sorten gezüchtet.

Die reichsten und ausgedehntesten Nadelwälder kommen in den Bergen im Nordosten vor, wo Lärchenbestände, die Birkenart Betula platyphylla (verwandt zur Hänge-Birke) und Waldkiefern gedeihen, und im Hinggan-Gebirge Bestände von Korea-Kiefer und Dahurischer Lärche. Im Sichuan-Becken ändert sich die Vegetation mit der Höhe, sodass eine Vielzahl von Nadelbäumen in hohen Lagen, Laubbäumen und Zypressen in mittleren Lagen und Bambus in niedrigeren Lagen wachsen. Weiter südlich, in den subtropischen Provinzen Fujian und Zhejiang, überwiegen immergrüne Laubwälder. Wälder weichen natürlichen Graslandschaften und Strauchsteppen in trockeneren westlichen und nordwestlichen Gebieten, insbesondere in den semiariden Regionen Shanxi und Shaanxi, in den Steppen der Inneren Mongolei und entlang der Wüstenränder der Tarim- und Junggar-Becken.

Fauna

Die unterschiedlichen Lebensräume beherbergen eine vielfältige Fauna. Diese reicht von arktischen Arten in der Mandschurei bis hin zu einer reichen tropischen Tierwelt im Süden. Insgesamt gibt es in China über 6.300 Wirbeltiere, davon 2.469 Landwirbeltiere mit rund 500 Säugetier-, 1.258 Vogel-, 376 Reptilien-, 345 Amphibien- und 3862 Fischarten. Außerdem kommen hunderttausende wirbellose Arten vor, darunter rund 150.000 Insektenarten.

Einige in anderen Gegenden der Welt bereits ausgestorbene Arten haben in China überlebt. Zu diesen zählen der Schwertstör aus dem Jangtsekiang, bestimmte Alligatoren und Salamander, der Große Panda, der nur im Südwesten Chinas lebt, und das Wasserreh, welches ausschließlich in China und Korea existiert. Zu den Endemiten und besonders seltenen Tierarten gehören des Weiteren Stumpfnasenaffen, der Südchinesische Tiger, die vier Arten der Ohrfasanen, der Mandschurenkranich, der Nipponibis und der China-Alligator.

Im tropischen Süden Chinas tummeln sich vielerlei Primaten, darunter Gibbons, Makaken und viele andere Affenarten. Größere Raubtiere, wie Bär, Tiger und Leopard, sind nur in begrenzter Zahl vertreten und lediglich in abgelegenen Gebieten heimisch. Leoparden leben in der nördlichen Mandschurei; Tibet ist Lebensraum des Schneeleoparden. Kleinere Raubtiere, darunter Fuchs, Wolf und Waschbär sind in vielen Regionen zahlreich vertreten. Antilopen, Gazellen, Gämsen, Wildpferde und andere Huftiere bewohnen die Bergregionen und Täler im Westen. Der Elch ist in der nördlichen Mandschurei verbreitet. Vögel sind in den verschiedensten Arten anzutreffen, unter anderem Fasane, Kraniche, Papageien, Reiher und Asiatische Pfauen. Wasserbüffel zählen zu den Haustieren, die im Süden als Zugtiere eingesetzt werden, des Weiteren die im trockenen Norden und Westen als Lasttiere verwendeten Kamele sowie Yaks, die in Tibet als halbdomestizierte Hochgebirgsrinder dienen. Vor allem an der Südküste finden sich Flundern, Kabeljau, Thunfische, Tintenfische, Krabben, Garnelen und Delfine. Die Flüsse Chinas bieten Lebensraum für verschiedene Karpfenarten sowie Lachs, Forelle, Stör und Echten Wels. Viele Binnengewässer Chinas werden für die Fischzucht verwendet.

Der Panda gilt den Chinesen als Nationalheiligtum. Auf Anordnung der Nationalen Forstbehörde Chinas sind die Provinzen Sichuan, Gansu und Shaanxi seit 2011 verpflichtet, alle zehn Jahre eine Zählung der in freier Wildbahn lebenden Bestände durchzuführen. Beim letzten sogenannten Panda-Zensus Anfang 2015 wurden 1.864 Exemplare gezählt, zehn Jahre vorher waren es nur 1.596. Maßgeblichen Anteil an diesem Wachstum trägt die Panda-Nachzuchtstation in Chengdu, von wo aus die sexuell sehr enthaltsamen Pandas mit dementsprechend geringer Fortpflanzungsquote nach der Aufzucht in die Freiheit entlassen werden.

Die ersten Naturschutzgebiete wurden in den 1950ern angelegt. Seitdem sind insgesamt über 2.700 Naturreservate in China entstanden. Die Fläche aller Schutzgebiete beträgt 1,42 Millionen Quadratkilometer. Das entspricht rund 15 Prozent des Landesterritoriums.

Ökologie

Der Wirtschaftsaufschwung geht in China mit starken Umweltproblemen einher. Von 180 Ländern belegte die Volksrepublik 2018 im Ranking des Environmental Performance Index nur den 120. Platz.

Der „ökologische Fußabdruck“ Chinas hat sich seit der Mitte des letzten Jahrhunderts verdoppelt. Der hohe Energieverbrauch ruft eine hohe Luftverschmutzung hervor. Im Jahr 2005 überholte die Volksrepublik China erstmals die USA bei den CO2-Emissionen und lag 2018 mit einem Wert von 11,2 Milliarden Tonnen mit weitem Abstand an der Weltspitze. 2013 wurden in mehreren Städten Nordchinas Rekordwerte von über 800 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen; der 30-fache Wert dessen, den die Weltgesundheitsorganisation für unbedenklich hält.

Infolge der starken Umweltbelastung ist vielerorts das Grundwasser verschmutzt. Durch Staudammprojekte und hohen Wasserverbrauch kommt es zu sinkenden Grundwasserspiegeln und dem Verschwinden von Seen. Dabei nimmt die Bodenerosion und Desertifikation zu, wodurch Bewuchs sowie Acker- und Waldflächen verloren gehen.

China hat 2002 das Kyoto-Protokoll und 2016 das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. Zwar werden einzelne chinesische Großstädte weiterhin regelmäßig von starkem Smog heimgesucht, jedoch geht die Schadstoffbelastung nachweislich zurück. Im letzten Quartal 2017 fielen laut Greenpeace die Verschmutzungswerte beispielsweise in Peking gegenüber dem Vorjahr um 53,8 Prozent. Auf den gesamten Zeitraum von 1750 bis heute bezogen liegt der Beitrag Chinas zum Treibhauseffekt jedoch noch weit hinter denen der Industriestaaten. Beim Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 liegt China seit 2020 vor Deutschland und der Europäischen Union. Die chinesische Staatsführung hat angekündigt, den jährlichen Ausstoß von CO2 ab spätestens 2030 zu reduzieren. Bis 2060 soll die Volksrepublik klimaneutral sein.

Ein seit 2015 bestehendes reformiertes Umweltschutzgesetz erlaubt es zivilgesellschaftlichen Organisationen gegen Bauvorhaben oder sonstige ökologiegefährdende Projekte »Klage im öffentlichen Umweltinteresse« zu erheben.

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Die Volksrepublik China, allgemein als China bezeichnet, ist ein Staat in Ostasien.

Geographie

Nach Gesamtfläche (Land und Wasser) ist China mit 9.596.960 km² der viertgrößte und nach Landfläche mit 9.326.410 km² der drittgrößte Staat der Welt. Das Territorium erstreckt sich von der nördlichsten Spitze an der sibirischen Grenze bis zum Südzipfel der Insel Hainan auf rund 5.500 Kilometer und von Ost nach West auf etwa 5.200 Kilometer. Im Osten und Südosten grenzt das Staatsgebiet an das Gelbe Meer sowie das Ostchinesische Meer und das Südchinesische Meer. Im Süden, Südwesten, Westen und Nordwesten trennen hohe Bergmassive, im Norden Steppen und Wüsten, im Nordosten der Amur und der Ussuri das Land von seinen Nachbarn.

China besitzt mit 22.133 Kilometer Gesamtlänge die längste Landgrenze aller Staaten. Die Küstenlänge aller Seegrenzen beläuft sich auf 14.500 Kilometer. Insgesamt hat die Volksrepublik China 14 Nachbarländer. Diese sind gegen den Uhrzeigersinn: Nordkorea im Nordosten, dann Russland und die Mongolei, westwärts folgen Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan, gegen Süden und Südwesten folgen Indien, Nepal und Bhutan, schließlich Myanmar, Laos und Vietnam.

Die physische Oberfläche, die klimatischen Bedingungen und damit die Bewohnbarkeit der einzelnen Regionen unterscheiden sich sehr stark. Das Land fällt vom Westen nach Osten ab. Die topographische Beschaffenheit kann in fünf Formen unterteilt werden, deren jeweilige Anteile an der Gesamtfläche des Festlandes folgende sind: Gebirge (33,3 %), Plateaus (26 %), Becken (18,8 %), Ebenen (12 %) und Hügelland (9,9 %).

Westchina hat einen ausgesprochenen Hochgebirgscharakter mit dazwischen liegenden Hochebenen. Die höchsten Gebirge sind: Himalaya, Tian Shan, Pamir, Altai. In östlicher Richtung befinden sich Hochflächen und Sedimentbecken, wie das Mongolische Plateau, das Tarimbecken, das Sichuan-Becken oder das Yunnan-Guizhou-Plateau. Xinjiang und die Innere Mongolei sind die trockensten Landesteile, für deren ausgeprägtes Wüstenklima die Gobi und die Taklamakan stehen. Der Osten Chinas ist von vier großen Schwemmebenen geprägt. An den Küsten befinden sich riesige Flussdeltas. Der südöstliche Küstenstreifen ist gebirgig, während der Süden eher hügelig ist.

In den Hoheitsgewässern liegen verstreut etwa 5.400 Inseln. Gemäß dem von der UNO zuerkannten Alleinvertretungsanspruch wird von der Volksrepublik China als größte Insel mit einer Fläche von 36.000 Quadratkilometern Taiwan betrachtet, und als zweitgrößte Hainan mit einer Fläche von 34.000 Quadratkilometern. Von den 14 Bergen, die höher als 8.000 Meter sind, befinden sich neun an der chinesischen Grenze oder innerhalb Chinas. Aus den Hochgebirgen südlich des Qinghai-Tibet-Plateaus, dem Dach der Welt, ragen die meisten der hohen Berge Chinas empor. Die Himalaya-Kette liegt im Durchschnitt 6.000 Meter über dem Meeresspiegel. Der höchste Berg Chinas ist der auf der Grenze zu Nepal liegende Qomolangma (Mount Everest), mit einer Höhe von 8.848,86 Metern zugleich der höchste Berg der Welt.

Der Jangtsekiang (kurz Jangtse) ist mit einer Gesamtlänge von 6.300 Kilometer der längste Fluss Chinas und nach dem Nil und Amazonas der drittlängste Fluss der Welt. Der Gelbe Fluss (Huang He) ist der zweitlängste Fluss Chinas; seine Gesamtlänge beträgt 5.464 Kilometer. Weitere große Flüsse sind der Xi Jiang, der Mekong, der Perlfluss und der Heilong Jiang. Die Flüsse fließen den geographischen Gegebenheiten folgend von Westen nach Osten: aus den Hochregionen mit Schnee und Gletschern in die Ebenen zu den Küsten.

Den größten Canyon Chinas bilden die Dihangschluchten des Yarlung Tsangpo im tibetischen Hochland. Mit einer Länge von 504,6 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 6.009 Metern gilt die enge Schlucht als die größte der Welt. Die tiefste Stelle des Landes befindet sich mit −154 Metern im ausgetrockneten Aydingkol-See in der Turpan-Senke im östlichen Xinjiang.

Der Poyang-See, in der Ebene am Mittel- und Unterlauf des Jangtse gelegen, ist der größte Süßwassersee Chinas. Seine Fläche beträgt 3.583 Quadratkilometer. Der größte Salzsee ist der Qinghai-See auf dem Qinghai-Tibet-Plateau mit einer Fläche von 4.583 Quadratkilometern. Der größte Kanal ist der Kaiserkanal. Er beginnt im Norden in Peking und endet im Süden in Hangzhou. Seine Gesamtlänge beträgt 1.801 Kilometer. Der Bau begann im 5. Jahrhundert v. Chr. – er ist der längste und älteste künstlich angelegte Wasserweg der Welt.

Klima

Das Klima in China ist mit 18 verschiedenen Klimaregionen so vielfältig wie die Geographie. Kontinentales Klima findet sich im Nordosten. Der Winter ist lang, sehr kalt und trocken, oft jedoch sonnig. Der Sommer wiederum ist warm und feucht, weil er durch den Sommermonsun beeinflusst wird. Dann kann es mit 30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit schwül-warm werden.

Trockenes Wüstenklima reicht von der Taklamakan im Westen bis nach Peking. Es ist durch frostige und schneearme Winter sowie heiße Sommer gekennzeichnet. Hinzu kommen extreme Trockenheit und große tageszeitliche Temperaturschwankungen. In den hohen Gebirgen im Inneren Chinas herrscht kühles Gebirgsklima mit hohen Temperaturgegensätzen. Die Winter sind extrem kalt, jedoch scheint tagsüber fast ununterbrochen die Sonne. Im Sommer wird es mäßig warm und es gibt gelegentlich Regen.

Im Osten zwischen Peking und dem Jangtse herrscht gemäßigtes Monsunklima. Es gibt durchweg kühle, teils frostige, meist trockene und schneearme Winter. Die Sonne zeigt sich zu dieser Jahreszeit häufig. Im Sommer wird es zunehmend heißer. Der Sommermonsun bringt nicht nur reichlich Regen, sondern oft eine drückende Schwüle. Das Klima im Osten südlich des Jangtse ist subtropisch, im äußersten Süden tropisch. Die Winter sind mild bis warm und eher trocken. Im Sommer wird es tropisch-heiß mit starken Niederschlägen und hohen Temperaturen. Auch nachts wird es kaum kühler.

Die Niederschläge nehmen von Westen nach Osten und von Norden nach Süden stetig zu. In den Wüsten Zentralchinas fallen jährlich kaum 100 Milliliter Regen; am feuchtesten ist es mit bis zu 3000 mm im Südosten Chinas. In allen Regionen fällt fast der gesamte Niederschlag in den Sommermonaten. Auf dieser Basis besteht die Landfläche Chinas aus 36 % fruchtbaren Ackerlandes, 24 % Graslandschaft, 9 % Wald und 2 % Feuchtgebiete sowie 21 % Wüste und 6,5 % Ödland. Die Städte nehmen in China 1,5 % der Gesamtfläche ein.

Flora

Ein Großteil der natürlichen Vegetation Chinas wurde durch jahrtausendelange menschliche Besiedlung ersetzt oder verändert, aber einzelne Gebiete geben Raum für große Artenvielfalt, sodass China eine der reichsten und vielfältigsten Faunen und Floren der Welt hat. In den tropischen und gemäßigten Zonen der nördlichen Hemisphäre hat China die weitaus meisten autochthonen Pflanzenarten. Insgesamt wurden mehr als 7.000 Arten von Gehölzpflanzen registriert, darunter 2.800 Bäume und über 300 Arten von Nacktsamern. Der seltene Ginkgo-Baum, der Taubenbaum und der Urweltmammutbaum, die anderswo längst ausgestorben sind, wachsen noch in China. Unter den Blütenpflanzen kommen 650 der 800 bekannten Azaleenarten in China vor, 390 der 450 bekannten Primel- und etwa 230 der 400 bekannten Enzianarten. Von der aus der Provinz Shandong stammenden Strauch-Pfingstrose wurden in Gärten über 400 Sorten gezüchtet.

Die reichsten und ausgedehntesten Nadelwälder kommen in den Bergen im Nordosten vor, wo Lärchenbestände, die Birkenart Betula platyphylla (verwandt zur Hänge-Birke) und Waldkiefern gedeihen, und im Hinggan-Gebirge Bestände von Korea-Kiefer und Dahurischer Lärche. Im Sichuan-Becken ändert sich die Vegetation mit der Höhe, sodass eine Vielzahl von Nadelbäumen in hohen Lagen, Laubbäumen und Zypressen in mittleren Lagen und Bambus in niedrigeren Lagen wachsen. Weiter südlich, in den subtropischen Provinzen Fujian und Zhejiang, überwiegen immergrüne Laubwälder. Wälder weichen natürlichen Graslandschaften und Strauchsteppen in trockeneren westlichen und nordwestlichen Gebieten, insbesondere in den semiariden Regionen Shanxi und Shaanxi, in den Steppen der Inneren Mongolei und entlang der Wüstenränder der Tarim- und Junggar-Becken.

Fauna

Die unterschiedlichen Lebensräume beherbergen eine vielfältige Fauna. Diese reicht von arktischen Arten in der Mandschurei bis hin zu einer reichen tropischen Tierwelt im Süden. Insgesamt gibt es in China über 6.300 Wirbeltiere, davon 2.469 Landwirbeltiere mit rund 500 Säugetier-, 1.258 Vogel-, 376 Reptilien-, 345 Amphibien- und 3862 Fischarten. Außerdem kommen hunderttausende wirbellose Arten vor, darunter rund 150.000 Insektenarten.

Einige in anderen Gegenden der Welt bereits ausgestorbene Arten haben in China überlebt. Zu diesen zählen der Schwertstör aus dem Jangtsekiang, bestimmte Alligatoren und Salamander, der Große Panda, der nur im Südwesten Chinas lebt, und das Wasserreh, welches ausschließlich in China und Korea existiert. Zu den Endemiten und besonders seltenen Tierarten gehören des Weiteren Stumpfnasenaffen, der Südchinesische Tiger, die vier Arten der Ohrfasanen, der Mandschurenkranich, der Nipponibis und der China-Alligator.

Im tropischen Süden Chinas tummeln sich vielerlei Primaten, darunter Gibbons, Makaken und viele andere Affenarten. Größere Raubtiere, wie Bär, Tiger und Leopard, sind nur in begrenzter Zahl vertreten und lediglich in abgelegenen Gebieten heimisch. Leoparden leben in der nördlichen Mandschurei; Tibet ist Lebensraum des Schneeleoparden. Kleinere Raubtiere, darunter Fuchs, Wolf und Waschbär sind in vielen Regionen zahlreich vertreten. Antilopen, Gazellen, Gämsen, Wildpferde und andere Huftiere bewohnen die Bergregionen und Täler im Westen. Der Elch ist in der nördlichen Mandschurei verbreitet. Vögel sind in den verschiedensten Arten anzutreffen, unter anderem Fasane, Kraniche, Papageien, Reiher und Asiatische Pfauen. Wasserbüffel zählen zu den Haustieren, die im Süden als Zugtiere eingesetzt werden, des Weiteren die im trockenen Norden und Westen als Lasttiere verwendeten Kamele sowie Yaks, die in Tibet als halbdomestizierte Hochgebirgsrinder dienen. Vor allem an der Südküste finden sich Flundern, Kabeljau, Thunfische, Tintenfische, Krabben, Garnelen und Delfine. Die Flüsse Chinas bieten Lebensraum für verschiedene Karpfenarten sowie Lachs, Forelle, Stör und Echten Wels. Viele Binnengewässer Chinas werden für die Fischzucht verwendet.

Der Panda gilt den Chinesen als Nationalheiligtum. Auf Anordnung der Nationalen Forstbehörde Chinas sind die Provinzen Sichuan, Gansu und Shaanxi seit 2011 verpflichtet, alle zehn Jahre eine Zählung der in freier Wildbahn lebenden Bestände durchzuführen. Beim letzten sogenannten Panda-Zensus Anfang 2015 wurden 1.864 Exemplare gezählt, zehn Jahre vorher waren es nur 1.596. Maßgeblichen Anteil an diesem Wachstum trägt die Panda-Nachzuchtstation in Chengdu, von wo aus die sexuell sehr enthaltsamen Pandas mit dementsprechend geringer Fortpflanzungsquote nach der Aufzucht in die Freiheit entlassen werden.

Die ersten Naturschutzgebiete wurden in den 1950ern angelegt. Seitdem sind insgesamt über 2.700 Naturreservate in China entstanden. Die Fläche aller Schutzgebiete beträgt 1,42 Millionen Quadratkilometer. Das entspricht rund 15 Prozent des Landesterritoriums.

Ökologie

Der Wirtschaftsaufschwung geht in China mit starken Umweltproblemen einher. Von 180 Ländern belegte die Volksrepublik 2018 im Ranking des Environmental Performance Index nur den 120. Platz.

Der „ökologische Fußabdruck“ Chinas hat sich seit der Mitte des letzten Jahrhunderts verdoppelt. Der hohe Energieverbrauch ruft eine hohe Luftverschmutzung hervor. Im Jahr 2005 überholte die Volksrepublik China erstmals die USA bei den CO2-Emissionen und lag 2018 mit einem Wert von 11,2 Milliarden Tonnen mit weitem Abstand an der Weltspitze. 2013 wurden in mehreren Städten Nordchinas Rekordwerte von über 800 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen; der 30-fache Wert dessen, den die Weltgesundheitsorganisation für unbedenklich hält.

Infolge der starken Umweltbelastung ist vielerorts das Grundwasser verschmutzt. Durch Staudammprojekte und hohen Wasserverbrauch kommt es zu sinkenden Grundwasserspiegeln und dem Verschwinden von Seen. Dabei nimmt die Bodenerosion und Desertifikation zu, wodurch Bewuchs sowie Acker- und Waldflächen verloren gehen.

China hat 2002 das Kyoto-Protokoll und 2016 das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. Zwar werden einzelne chinesische Großstädte weiterhin regelmäßig von starkem Smog heimgesucht, jedoch geht die Schadstoffbelastung nachweislich zurück. Im letzten Quartal 2017 fielen laut Greenpeace die Verschmutzungswerte beispielsweise in Peking gegenüber dem Vorjahr um 53,8 Prozent. Auf den gesamten Zeitraum von 1750 bis heute bezogen liegt der Beitrag Chinas zum Treibhauseffekt jedoch noch weit hinter denen der Industriestaaten. Beim Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 liegt China seit 2020 vor Deutschland und der Europäischen Union. Die chinesische Staatsführung hat angekündigt, den jährlichen Ausstoß von CO2 ab spätestens 2030 zu reduzieren. Bis 2060 soll die Volksrepublik klimaneutral sein.

Ein seit 2015 bestehendes reformiertes Umweltschutzgesetz erlaubt es zivilgesellschaftlichen Organisationen gegen Bauvorhaben oder sonstige ökologiegefährdende Projekte »Klage im öffentlichen Umweltinteresse« zu erheben.

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